Berichte

Exkursion: Kiebitz, zeig di e biz!

Auf der Frühjahrsexkursion unter der Leitung von Thomas Vogler sichteten die 15 Teilnehmenden des Natur- und Vogelschutzvereins Niederrohrdorf nicht nur den Kiebitz, Vogel des Jahres, sondern auch ihr Wappentier, den Wiedehopf.

 Die diesjährige Frühjahrsexkursion begann bei der Brücke in Unterlunkhofen auf dem Damm der Reuss entlang aufwärts in die Naturschutzgebiete der kleinen Reuss sowie der stillen Reuss und endete mit einem Besuch in der neuen Ausstellung des Zieglerhauses in Rottenschwil.

Thomas Vogler berichtete über die Entwicklung des Gebietes und erklärte Flurnamen wie Schachen und Giritz. Unterwegs wurden Wasservögel wie das Teichhuhn, die Knäkente, die Löffelente, die Reiherente, Zwergtaucher beim Schwimmen und Tauchen beobachtet. Da nistete ein Schwarzmilan, auf dem Mast turtelte ein Storchenpaar, im Schilf brütete ein Schwan. Und was marschierte dort durch die Riedwiese? Ein Rotschenkel. Doch wo blieb der Kiebitz? Endlich an der stillen Reuss sah man sie auf und ab fliegen und dort in einem Drahtgehege war ein Weibchen auf dem Boden am Brüten. Das Drahtgehege sorgt dafür, dass Feinde wie der Fuchs nicht an das Gelege und die Jungtiere gelangen.

Nach der interessanten Exkursion bei Wind und Kälte gelangte die Gruppe ins Zieglerhaus, wo sie Einblick die neue Ausstellung erhielt. Und plötzlich erschien ein Wiedehopf. Er spazierte gemütlich durch die Aussenanlage und konnte die längste Zeit vom Fenster aus beobachtet werden. Der Wiedehopf legte beim Zieglerhaus während seines Durchzugs Richtung Norden einen Zwischenhalt ein. Welch eine Freude, dass dieser Zwischenhalt mit dem Aufenthalt des NVN zusammenfiel.

15 Hochstammobstbäume in der Bünt gepflanzt

Am 2. März 2019 pflanzte der Natur- und Vogelschutzverein Niederrohrdorf in Absprache mit dem Pächter 15 Hochstammobstbäume in der Bünt.

 In den 50er-Jahren war Niederrohrdorf noch umgeben von Blumenwiesen und Obstgärten. Hier zeigte sich die Natur in ihrer Vielfalt. Der Wiedehopf, der Gartenrotschwanz und sogar der Steinkauz brüteten hier.

Mit der Dorfentwicklung und der Agrarpolitik veränderte sich vieles. 2010 wurde die Bünt in der Landschaftskommission zum Thema. Albert Wickart entwarf ein Konzept mit verschiedenen Vorschlägen. In der Folge wurde die Blumenwiese in der Bünt realisiert. Nach der Infoveranstaltung zur Revision der Bau- und Nutzungsordnung im November 2017, aus welcher hervorging, dass die Bünt vorerst nicht bebaut wird, kam man auf Anregung von Ueli Schibli auf Albert Wickarts Konzept zurück. Zusammen mit Bruno Villiger, dem Pächter der Bünt, und Gemeindeammann Gregor Näf wurde die Idee der Pflanzung von Hochstammbäumen zur Förderung der Biodiversität in Angriff genommen. Unter kundiger Anleitung durch Urs Wettstein wurden mit rund 20 Helfern und Helferinnen die von Suter Toni empfohlenen und gelieferten Bäume gepflanzt. Diese Arbeit konnte innerhalb eines Vormittages erledigt werden, da Guido und Ueli Schibli im Voraus bereits die Löcher mit einem Bagger ausghoben hatten.

Die Bäume haben das Gütesiegel von ProSpezieRara, sind robust und pflegeleicht. So kann auf den Einsatz von Spritzmitteln verzichtet werden. Mögen die 11 Apfelbäume (Glockenapfel, Boskoop Gelb, Gravensteiner Alt, Wehntaler Hagapfel, Alant, Seenger Moosapfel, Mägenwiler Klotzapfel, Birnförmiger Apfel, Küttiger Dachapfel, Api-Etoile, Rote Sternreinette), die beiden Birnbäume (Beriker Birne, Schweizer Hose), der Zwetschgenbaum (Rinklin Zwetschge) und der Kirschbaum (Dolleseppler Kirsche) gut gedeihen und ihre Früchte in künftigen Jahren zu unzähligen Gaumenfreuden sorgen!

87. Mitgliederversammlung des Natur- und Vogelschutzvereins Niederrohrdorf

Vereinspräsidentin, Maria Gschwend, konnte am Freitag, 18.1.2019, 41 Vereinsmitglieder und  6 Gäste zur Mitgliederversammlung im Gemeindesaal Niederrohrdorf begrüssen.

Im ersten Teil stellte Martin Schuck kurz den Dachverband BirdLife Schweiz vor und berichtete spannend und verständlich über die Artenförderung von Wendehals, Gartenrotschwanz und Wiedehopf. Die Förderung der Vielfalt bei den Vogelarten bedingt eine Förderung der Vielfalt in der Landschaft: Randstrukturen wie Hecken, Buschgruppen, ungemähte Stellen, offene Bodenlücken in Weiden, Blumenwiesen, Ast- und Steinhaufen, Kiesflächen, unversiegelte Feldwege, Holzbeigen – Hier finden die verschiedensten Insekten ihre Lebensräume. Insekten gehören in die Nahrungskette der Vögel und sind wichtig für die Pflanzen, was schliesslich wiederum dem Menschen zugute kommt.

Nach einem feinen Imbiss, organisiert von Theres Gschwend, wurde der geschäftliche Teil abgehalten. Das Protokoll der letzten Mitgliederversammlung sowie der Jahresbericht der Präsidentin, der Nistkastenbericht von Markus Egloff und der Bericht zur Amphibienbetreuung von Thomas Vogler wurden kurz erläutert, genehmigt und mit Applaus verdankt. Die Sanierung des Naturlehrpfades konnte Ende 2018 zusammen mit dem Forstbetrieb und mit finanzieller Unterstützung durch die Gemeinde, die Ortsbürger und weiteren Spendern sowie dem Beitrag von der Gwerbi 16 realisiert werden.

Die Rechnung 2018 konnte mit einer Vermögenszunahme von CHF 459.11 abgeschlossen werden. Die Kasse wurde von den Revisoren Anita Schibli und Jakob Schmid geprüft. Die tadellose Führung wurde Erich Schaffner verdankt. Fürs 2019 wird eine Vermögensabnahme von CHF 750.00 erwartet. Die Höhe der Mitgliederbeiträge fürs 2020 soll belassen werden.

Das Jahresprogramm 2019 beinhaltet neben den regulären Arbeitseinsätzen wiederum gesellige sowie informative Anlässe: Exkursion zum Kiebitz (Vogel des Jahres) mit Thomas Vogler am 13.4., Märtkafi am 4.5., Sternmarsch am 10.6., Abendexkursion mit Einblick in die Jagd am 28.6., Bau von Nisthilfen am 7.9. und am 8.9. die Herbstwanderung mit Besuch des neu eröffneten Naturzentrums Klingnauer Stausee. Ein ganz besonderes Erlebnis dürfte das Pflanzen von Hochstammbäumen in der Bünt werden (voraussichtlich am 2.3.19). Bei allen Anlässen sind immer auch Nichtmitglieder willkommen. Detailangaben zu den Anlässen findet man auf der Vereinshomepage www.nvn-niederrohrdorf.ch. Fürs 2018 hat Beatrice Bühler wiederum ein Jahrbuch erstellt, das bei ihr bezogen werden kann.

Der Abend schloss mit einem gemütlichen Zusammensein. Dabei wurde ein feines Dessertbuffet mit köstlichen Süsssigkeiten diverser Vereinsmitglieder genossen.