Berichte

Der NVN zu Besuch im Naturschutzzentrum Klingnauer Stausee

Die Herbstwanderung des Natur- und Vogelschutzvereins Niederrohrdorf führte ins Naturschutzzentrum Klingnauer Stausee, das im Mai 2019 eröffnet worden war.

Die 21 Teilnehmenden erlebten in zwei Gruppen eine Führung durchs Zentrum, nahmen Einblick in die renaturierte Aussenanlage  und bestiegen den Aussichtsturm. Anhand eines dreidimensionalen Bilderbuches wurde die Entwicklung der Gegend, wo sich heute der Klingnauer Stausee befindet, eindrücklich dargestellt und erläutert. Von der Decke hing ein Modell, welches Aufschluss über den Vogelzug gab. Weiter konnte man sich Informationen zur Tier- und Pflanzenwelt rund um den Klingnauer Stausee holen. Mit dem Film wurden das erworbene Wissen zur Landschaftsentwicklung vertieft sowie die ornithologischen Kenntnisse mit ausgezeichneten Vogelaufnahmen aufgefrischt und erweitert. 

Nach einem Picknick unter dem Vordach im Zentrum wurde die Wanderung durch den Regen dem See entlang bis zum Restaurant Kreuz fortgesetzt, wo Einkehr zu einem Kaffee gehalten wurde, bevor man mit dem Bus die Heimkehrt antrat.

Wetterfeste Taumoosfreunde im Einsatz

Am Samstagmorgen, 10.08.19, lud das Wetter nicht zum Aufstehen ein: Regen, Blitz und Donner in den frühen Morgenstunden und keine sonnigen Aussichten.

Doch wer ein echter Taumoosfreund ist, schlüpft in die richtige Ausrüstung und folgt dem Aufruf der Organisatoren Ueli Schibli und Paul Vogler. 52 arbeitswillige Helferinnen und Helfer trafen ein und machten sich nach den Einführungsworten des Naturschutzbeauftragten Josef Gasser ans Heraustragen des Schnittgutes im Taumoos, damit dieses wertvolle Hochmoor sich weiterhin gut entwickeln kann. Das in den Vortagen geschnittene Riedgras war durch den Regen schwer geworden und der Boden unter den Stiefeln derart durchnässt und weich, dass man bis unter den Stiefelrand einsinken konnte. So wurde man, obwohl bis zur Znünipause der Regen aussetzte, trotzdem nass: Der eine wisch sich den Schweiss von der Stirn, der andere wrang seine Socken aus. Gestärkt durch die Zwischenverpflegung ging es dann weiter trotz des nun einsetzenden Regens: Eine Gruppe beendete die Arbeit im Taumoos, eine zweite Gruppe riss das einjährige Berufskraut (invasiver Neophyt), von dem es in diesem Jahr besonders viele Exemplare ausserhalb des Taumoosgebietes gab, aus und ein weiterer Trupp begab sich ins Gebiet des Pumpwerkes Torfmoos, wo ebenfalls Pflegearbeiten erledigt werden mussten.

Mit vereinten Kräften gelang es, bis gegen Mittag  die geplanten Arbeiten zu erledigen. Belohnt wurde der frondienstliche Einsatz mit einem feinen Mittagessen im Trockenen in der Schulanlage Rüsler. Dort wurde den Helferinnen und Helfern von Jung bis Alt von den Organisatoren und Gemeindeammann Gregor Naef, welche alle selber tatkräftig mitgearbeitet hatten, herzlich gedankt.

Der NVN zu Besuch beim Jagdverein Torfmoos

Dieses Jahr war der Natur- und Vogelschutzverein zu Besuch beim Jagdverein Torfmoos.

Bei einem Abendspaziergang durch den frischen Wald erhielten die 21 Interessierten an vier Posten Einblick in die Jagd.

Erich Hess stellte das Jagdrevier mit seinen 150 ha Wald, für welches der Jagdverein Torfmoos zuständig ist, vor. Die Jäger müssen genau Bescheid wissen, wann was gejagt werden darf oder nicht (Schonzeit). Alle zwei Jahre wird mit der Gemeinde und dem Forstbetrieb festgelegt, wie viele Rehe geschossen werden müssen. Diese Zahl wird vom Kanton bestätigt. Zurzeit sind es im Revier Torfmoos 17 Rehe pro Jahr. Der Bestand zählt ca. 40 Rehe;  etwa die Hälfte Weibchen, welche pro Jahr zwei Kitze werfen, die in einem Jahr geschlechtsreif werden. Hasen gibt es im Revier Torfmoos keine mehr. Kantonsweit haben die Jäger ein freiwilliges Moratorium beschlossen: Aufgrund des sehr kleinen Bestandes werden keine Hasen gejagt.

Hans Locher präsentierte, welche Jagdhunde es gibt und wie sie unterschiedlich eingesetzt werden. Jede Jagdgesellschaft muss, um die Jagdaufsicht erfüllen zu können, einen für die Nachsuche ausgebildeten Hund besitzen. Vor Ort zeigte Hans Locher, wie womit und wozu er seinen Hund erzieht. Der Jäger und sein Hund müssen ein Team sein. Damit ein Hund ein angefahrenes Reh, das sich weit weg bewegt, findet, muss er der Fährte folgen können. Dies bedingt ein regelmässiges Training.  Mit Rehblut (Rehschweiss) und Fährtenschuhen wird am Vorabend eine Fährte gespritzt und am nächsten Vormittag geht es dann auf die Suche. Erst werden kurze und mit der Zeit stets längere Fährten gelegt.

Bei Beat Kurmann erfuhr man, wie wichtig ein vielfältiger Bestand an Tieren ist. Ein Jäger muss gut beobachten können, über die Lebensweise der verschiedenen Tiere Bescheid wissen: Wie verhalten sie sich? Wie bewegen sie sich? Welche Krankheiten gibt es? Wie erkennt man diese? Welches Fleisch kann verwertet werden, welches nicht? Usw. Stete Weiterbildung ist angesagt, dass man auch über einwandernde Tiere wie beispielsweise den Waschbären oder den Marderhund Bescheid weiss.

Schliesslich stellte Jörg Hunziker die Jagdwaffen (Blank-, Kurz-, Langwaffen und Zieloptik) vor. Heute wird mit der Flinte (Schrot), mit der Büchse (Kugel, Patrone) oder einer kombinierten Langwaffe gejagt. Damit dies gelingt, muss vorher eine unfangreiche Prüfung abgelegt werden. Man muss genau wissen, bei welchem Tier auf welche Distanz, welche Waffe eingesetzt wird und wo wegen des Kugelfangs geschossen werden darf und wo nicht.

Beim anschliessenden gemütlichen Zusammensein rund ums Feuer wurde fleissig über die Jagd weiterdiskutiert. Die Jagd setzt ein reiches Wissen und Können des Jägers und eine enge Zusammenarbeit mit dem Förster voraus, damit sie ihren sinnvollen Zweck zum Wohle der Tiere, der Pflanzen und der Menschen erfüllt.