Berichte

Beeindruckende Frühjahrsexkursion an den Klingnauer Stausee

37 Teilnehmende waren unter der Leitung von Thomas Vogler an der Frühjahrsexkursion des Natur- und Vogelschutzvereins Niederrohrdorf dabei. Entlang des Klingnauer Stausees bot sich ein regelrechtes Frühjahrskonzert.

Gleich zu Beginn begrüsste die aus Westafrika zurückgekehrte Nachtigall mit ihrem Gesang. Wo war sie nur? Aha, da zwischen den Zweigen konnte sie beobachtet werden. Dann folgte der Teichrohrsänger. Just, als Thomas Vogler über dessen Lebensweise berichtete, meldete sich der Kuckuck mit seinem allseits bekannten Ruf. Er ist es, der seine Eier mit Vorliebe in die Nester von Teichrohrsängern setzt und das Aufziehen seiner Nachkommen diesem kleinen Vogel überlässt. Da, ein Blässhuhn gefolgt von einem Kleinen. Was mag wohl mit seinen Geschwistern passiert sein? Wurden sie zur Nahrung einer Rohrweihe oder einer Rabenkrähe? Dort, auf dem Nest eine weitere Blässhuhnfamilie. Sie scheint noch komplett. Die Kleinen mit ihren rotbraunen Köpfen sind im Schilfnest, das fleissig von den Eltern weiterausgebaut wird, kaum sichtbar. Auf dem Wipfel einer Eiche mit seinem gelb schimmernden Gefieder in der Morgensonne grüsst der Grünfink. Aus dem Schilf quaken Frösche. Ein Haubentaucher taucht mit einem Fisch aus dem Wasser auf. Schwupp, ist der Fisch runtergeschluckt. Ein Brachvogel gründelt mit seinem langen Schnabel. Eine Schnatterente, deutlich erkennbar am weissen Spiegel, gleitet übers Wasser. Und noch mehr Vögel lassen sich sehen und hören. Doch wo bleibt der Vogel des Jahres, der Eisvogel? Exkursionsleiter Thomas Vogler hält an einem Ort inne, wo der Eisvogel schon öfters beobachtet wurde. Aber der Eisvogel tritt nicht auf. Also stellt Thomas Vogler das Juwel der Lüfte, das schillernde Symbol für intakte Gewässer anhand von Bildmaterial und Tonaufnahmen vor. Wer wusste, dass der Kot der Jungen, die in einer Röhre in einer steilen Uferwand aufgezogen werden, vor dem Eingang deponiert wird? Dort entwickelt er Ammoniak, welches Feinde vom Eindringen in die Hölle abhält. Ein junger Teilnehmer ergänzt, dass man das Weibchen an seinem Lippenstift erkenne. Die Unterseite des Schnabels ist rot. Anschliessend folgte ein Abstecher ins Naturzentrum Klingnauer Stausee, wo sich die Teilnehmenden verpflegen und individuell weiter mit der Vogelwelt auseinandersetzen konnten. Auf dem Rückweg wurden Rauschschwalben beobachtet, welche neben dem sich in Schlamm suhlenden Wildschwein Schlick für ihre Nester holten. Zum Abschluss trat noch der Star auf. Er flog in einem Loch eines Baumstammes ein und aus. Auch, wenn der Eisvogel sich nicht gezeigt hat, kehrten alle beeindruckt von der Exkursion heim.

94. Mitgliederversammlung des Natur- und Vogelschutzvereins Niederrohrdorf

Vereinspräsidentin, Maria Gschwend, konnte am Freitag, 23.1.2026, 53 Vereinsmitglieder und drei Gäste zur Mitgliederversammlung im Gemeindesaal Niederrohrdorf begrüssen. Im ersten Teil entführte Katharina Engl vom Birdlife Aargau die Anwesenden in die faszinierende Welt der Feuersalamander. Sie berichtete Interessantes über dessen Lebensweise und wie das Tier, das vom Aussterben bedroht ist, geschützt und gefördert werden kann. Mit seiner äusserst durchlässigen Haut, welche er zum Atmen und zum Trinken einsetzt, ist der Feuersalamander unter anderem durch Verschmutzung und ansteigende Temperaturen gefährdet. Oft fehlen ihm auch die Lebensräume. Diesen soll in diesem Jahr mit einem Förderprojekt ein besonderes Augenmerk geschenkt werden. Mit einem Filmausschnitt (aus „Feuersalamander – Ein verborgenes Wunder unserer Wälder) zeigte Katharina Engl, wie eine Feuersalamandermutter ihre Jungen in Larvenform ins Wasser setzt.

Nach einem feinen Imbiss, organisiert von Theres Gschwend, wurde der geschäftliche Teil abgehalten. Das Protokoll der letzten Mitgliederversammlung, der Jahresbericht der Präsidentin, der Nistkastenbericht von Markus Egloff und der Bericht zur Amphibienbetreuung von Thomas Vogler wurden erläutert, genehmigt und mit Applaus verdankt.

Die Rechnung 2025 konnte mit einer Vermögenszunahme von CHF 551.57 abgeschlossen werden. Die Kasse wurde von den Revisoren Anita Schibli und Jakob Schmid geprüft. Die tadellose Führung wurde Erich Schaffner verdankt. Fürs 2026 wurde ein Budget mit einem voraussichtlichen Verlust von CHF 1'300.00 erstellt. Die Höhe der Mitgliederbeiträge fürs 2027 sollen belassen werden.

Alle zwei Jahre stehen Wahlen an. Tagespräsident Albert Wickart führte diese durch. Für die Amtsperiode 2026/2028 wurden die Bisherigen Maria Gschwend als Präsidentin, Theres Gschwend, Markus Egloff und Thomas Vogler in den Vorstand sowie Anita Schibli und Jakob Schmid als Revirsor/in einstimmig und mit viel Applaus gewählt. Neu in den Vorstand wurden ebenfalls einstimmig Heidi Reitmair und Regina Schnelli gewählt. Maria Gschwend ehrte die beiden Vorstandsmitglieder, welche sich nicht mehr zur Wahl zur Verfügung stellten, und würdigte deren langjähriges Wirken. Erich Schaffner war während 20 Jahren als Kassier und Beatrice Bühler während 14 Jahren als Aktuarin im Vorstand tätig. Sie waren und sind sehr aktive Vorstands- und Vereinsmitglieder. Auf Antrag des Vorstandes wurden sie an dieser Mitgliederversammlung einstimmig zu Ehrenmitgliedern ernannt.

Das verabschiedete Jahresprogramm 2026 ist reichhaltig und kann auf der Vereinshomepage www.nvn-niederrohrdorf.ch eingesehen werden. Los geht es am 14. Februar 2026 mit dem Setzen der Amphibienschranken. Wie immer sind auch Nichtmitglieder herzlich willkommen.

Traditionell schloss der Abend mit einem gemütlichen Zusammensein bei Kaffee und Kuchen.  

Schlusshock

Der Schlusshock fand mit 35 Teilnehmenden im Gemeindesaal Niederrohrdorf statt. Theres Gschwend übernahm einen Grossteil der Vorbereitungsarbeiten. Füchse, Eichhörnchen, Servietten mit Pilzmotiven und ein ganz besonderer Serviettenring aus Papier mit einem orangen Ahornblatt zierten die Tische herbstlich. Bei einem feinen Nachtessen (grüner Salat mit der hauseigenen Sauce von Michael Notter und Pollo tomato mit Teigwaren und Gemüse aus der Chämimetzg) wurde das gemütliche Beisammensein gepflegt. Es folgte ein unterhaltsames Pflanzenlotto mit Preisen. Schliesslich fand der Abend seinen Ausklang mit einem feinen Dessertbuffet. Theres Gschwend sowie allen Helfenden und Spendenden der Preise und des Dessertbuffets sei herzlich gedankt.