Berichte

Beim Pumpwerk Torfmoos dehnt sich die Moorlandschaft aus

Mehr als 40 Helfer und Helferinnen folgten dem Aufruf des Natur- und Vogelschutzvereins zu Pflegearbeiten in der Schneeschmelzi und an anderen Orten.

In den Vortagen hatten der Förster Guido Schibli mit einer Gruppe rund ums Pumpwerk Torfmoos und das Bauamt im Weihermätteli, wie die Schneeschmelzi auch genannt wird, Vorarbeiten erledigt. Mitglieder des Natur- und Vogelschutzvereins, der Jagdgesellschaft, der Mösergruppe und eine Gruppe Jugendlicher in Begleitung von Benno Stocker bereiteten mit vereinten Kräften das Schnittgut zum Abtransport vor. Die einen rechten es zu Haufen zusammen, andere trugen es mit der Gabel aus dem Moorgebiet heraus. Die Stimmung im Moorgebiet mit den vereinzelten Nebelschwadenwirkte am frühen Morgen mystisch. Doch schon bald liess die Sonne die Umgebung in veschiedensten herbstlichen Farbtönen erscheinen. Da und dort hüpfte ein Frosch vorbei. Vereinzelte hielten bei der Arbeit inne und sahen sich einen solchen Moorbewohner etwas genauer an. Nach der Znünipause beim Pumpwerk Torfmoos machte sich eine Gruppe auf zur Schneeschmelzi, wo es dieses Jahr mehr zu tun gab, da der Einsatz im Sommer wegen des hohen Wasserstandes sich auf das Randgebiet beschränkt hatte.

Bevor es zum gemeinsamen feinen Mittagesssen in die Schulanlage Rüsler ging, stellten die fleissigen Helfer und Helferinnen mit Genugtuung fest, dass dank ihres Einsatzes sich die Moorgebiete von Jahr zu Jahr ausdehnen.

Der NVN in der Vogelwarte

14 Teilnehmende des Natur- und Vogelschutzvereins Niederrohrdorf verknüpften die Herbstwanderung mit einem Besuch in der Vogelwarte Sempach.

Am Morgen traf man sich auf dem Parkplatz Kollerhaus und bildete Fahrgemeinschaften. Nach einer reizvollen Fahrt über Land trafen alle in Eich ein, wo die Autos stehen gelassen wurden. Bereits kurz nach dem Start erreichte die Gruppe ein Tobel, in welchen einheimische Tiere wie der Specht und der Frosch geschnitzt an Baumstrünken bewundert werden konnten. Weiter ging es Richtung Kirchbühl mit stetem Blick auf den Sempachersee und die Bergwelt mit dem Pilatus. Eine Gruppe Futter suchender Möwen im Acker, kreisende Milane in luftiger Höhe, einheimische Pflanzen sowie blühende Kakteen am Wegrand weckten die Aufmerksamkeit der Wandergruppe. Bei der Kirchmauer von Kirchbühl konnten Mauereidechsen beobachtet werden, welche flink auf-und abwärtskrochen, bevor sie in einer Ritze der Mauer verschwanden.

Nach einer Rast beim Steinibühlweiher führte der Weg durch Wald und Feld weiter zur Vogelwarte. Nachdem dort alle beringt worden waren, ging es durch die im 2015 eröffnete Ausstellung. Interaktiv erlebte man das Leben eines Vogels: Alle schlüpften aus dem Ei, hielten sich im Nest auf, wurden flügge und suchten sich Futter. Sie erlebten die Gefahren, welchen sich ein Vogel aussetzt, den Vogelzug und die Jahreszeiten. An allen Stationen erfuhr man viel Wissenswertes über die Vogelwelt.

Mit dem Bus ging es zurück zu den Autos und von dort heimwärts.

Der Besuch der Vogelwarte bildete einen gelungenen Abschluss der Herbstwanderung, welche bei sonnigem Sommerwetter stattfand.

Erfreuliche Entwicklung des Taumooses

Die Organisatoren Ueli Schibli und Paul Vogler durften für den Pflegeeinsatz im Taumoos rund 38 Taumoosfreunde (Mitglieder des Natur- und Vogelschutzvereins, des Feuerwehrvereins, des Pilzvereins, der Jagdgesellschaft sowie weitere Freiwillige) begrüssen. Darunter befanden sich auch einige, die zum ersten Mal dabei waren.

Das Taumoos entwickelt sich dank des jährlichen Einsatzes der Gruppe derart erfreulich, dass der Pflegebedarf stets abnimmt. Josef Gasser, Naturschutzbeauftragter, erklärte der Gruppe, wo das Riedgras gemäht und herausgetragen werden musste. Bis zur Znünipause arbeiteten alle im Taumoosgebiet. Diejenigen, welche Mitte Juni am Mähkurs teilgenommen hatten, zeigten, was sie gelernt hatten. Danach begab sich eine Gruppe für Pflegearbeiten ins Torfmoos, während die andern mit den Abtransportarbeiten des Schnittgutesim Taumoos und der Entfernung von Neophyten fortfuhren.

Neben dem Arbeiten blieb Zeit, die Geselligkeit zu pflegen und die Naturschönheiten dieser Gebiete, welche Josef Gasser vorstellte, zu bewundern. Wer wusste schon, weshalb der Sonnentau seine Blüte auf hohen Stielen trägt? Damit sorgt er dafür, dass er von Insekten befruchtet wird und diese nicht aus Versehen von ihm gefressen werden. Dafür müssen sie nämlich in Bodennähe sein.

Mit einem feinen Mittagessen bei der Waldhütte wurde allen gedankt. Bis zum nächsten Jahr werden die Organisatoren dem treuen Grillmeister Franz Preuss die nach 18 Jahren abgenützte Grillbürste ersetzen.