Berichte

Dank Wetterglück Fledermäuse gesichtet

Die diesjährige Herbstwanderung des Natur- und Vogelschutzvereins Niederrohrdorf fand bereits im August statt, weil sie mit einer Fledermausexkursion verbunden werden sollte.

Herbstlich, aber doch sonnig zeigte sich das Wetter. Vom Treffpunkt beim Kollerhaus ging es kurz nach 16 Uhr zu Fuss los Richtung Fohrhölzli. Von dort marschierte die Gruppe dem Wald entlang nach Fislisbach und weiter zur Herzogshütte, wo sie von Theres Gschwend mit Getränken und einem bereits entfachten Feuer empfangen wurde. Weitere Teilnehmende stiessen dazu. Es wurde grilliert und die Geselligkeit gepflegt. Schon bald war Zeit zum Aufbruch. Unterwegs wurden viele Neophyten entdeckt. An verschiedenen Stellen waren die Spuren vom Sturm Lothar noch immer deutlich erkennbar. Auf der Höhe des Kreuzliberges öffnete sich der Blick ins Limmattal und in die Tiefen des Teufelkellers, deren Entstehung durch die vorgetragene Sage den Anwesenden erklärt wurde.

Schliesslich traf die Gruppe in Baden die Exkursionsleiterin Sarah Knecht. 19 Interessierte nahm sie entlang des Limmatufers abwärts Richtung Kraftwerk mit. Unterwegs erläuterte sie, dass von den in der Schweiz lebenden 100 Arten Säugetieren 30 Arten Fledermäuse sind. Eine Fledermaus frisst 2'000 – 3'000 Insekten pro Tag. Jede Art hat ihre typische Frequenz. In der Abenddämmerung konnten die Teilnehmenden selber  mit Detektoren Fledermäuse orten. Zwerg- und Rauhhautfledermäuse sowie der Grosse Abendsegler wurden in luftiger Höhe entdeckt. Über dem Wasserspiegel jagten Wasserfledermäuse nach Insekten. Beeindruckt von den Beobachtungen kehrten die Teilnehmenden mit dem Bus nach Niederrohrdorf zurück.

Erfolgreicher Einsatz der Taumoosfreunde

Dank dem jährlichen Arbeitseinsatz der Taumoosfreunde am letzten Samstag in den Sommerferien wächst das Moor im Taumoos an. Dieses Jahr wurden auf 5 – 6 Quadratmetern mehrere Hundert der fleischfressenden Pflanze „Sonnentau“ gesichtet.

Das schlechte Wetter hielt die 39 Personen nicht ab, dem Ruf der Organisatoren Paul Vogler und Ueli Schibli zu folgen. Nach Absprache mit dem Förster Guido Schibli und dem Naturschutzbeauftragten Josef Gasser, wurde in den Vortagen im Taumoos das Schilfgras gemäht. Dieses wurde dann von den Helfern und Helferinnen am Samstag, 9. August 2014, von Hand zusammengerecht und herausgetragen. Auch zwei neue Personen halfen dieses Jahr mit. Sie erlebten, dass bei der Znünipause und beim wohl verdienten Mittagessen die Geselligkeit ebenfalls gepflegt wird.

Mit seinen Ausführungen vor dem Dessert zeigte Josef Gasser Sinn und Zweck des Einsatzes auf, indem er auf Pflanzenschönheiten im Pflegegebiet aufmerksam machte. Er zeigte Fotoaufnahmen vom Waldvögelchen, der Waldhyazinthe und einer Spitz-Orchidee. Leider erfuhren die Anwesenden auch, dass kürzlich im Pflegegebiet Echsen ausgesetzt wurden. Als die ausländischen Tiere entdeckt wurden, war ein Exemplar bereits tot. Die anderen hätten keine Überlebenschance gehabt und wurden zur Aufnahmestation gebracht. Für das unüberlegte Aussetzen von Tieren konnten die Taumoosfreunde kein Verständnis aufbringen, zumal sich auch jede Person an einen Tierarzt wenden kann, wenn seine ausländischen Tiere sich unerwünscht vermehren oder er sie abgeben möchte.Die Taumoosfreunde dürfen sich über ihren erfolgreichen Einsatz freuen! Ein Grossteil von ihnen wird man wohl auch beim Pflegeinsatz im Herbst wieder antreffen.

Aufschlussreicher Vortrag über Neophyten

Der interessante Vortrag von Albert Wickart, organisiert vom Natur- und Vogelschutzverein Niederrohrdorf, klärte 17 Interessierte über Neophyten auf.

 

Neophyten sind Pflanzen, welche nach der Entdeckung Amerikas bei uns eingeführt wurden. 330 Arten haben sich problemlos in unser Ökosystem eingefügt. 20 Arten sind invasiv, d.h. sie breiten sich auf Kosten der einheimischen Tier- und Pflanzenwelt aus. Sie haben keinen Fressfeind und vermehren sich rasch über Samen und Wurzeln.

Auch in den Naturschutzgebieten von Niederrohrdorf sind Neophyten anzutreffen: Japanischer Staudenknöterich, Spätblühende Goldrute, Kirschlorbeer, Seidiger Hornstrauch, Robinie, einjähriges Berufskraut, Goldregen, Bluthasel. Sie verdrängen einheimische Pflanzen wie Orchideen, gemeines Leinkraut, Honigklee, Hundsrose, Hartriegel, Sumpffarn, Huflattich, beharrte Karde, Lungenkraut, Waldveilchen, welche als Nahrung für eine Vielfalt von Schmetterlingsraupen dienen.

Die Bekämpfung der Neophyten ist nur erfolgreich, wenn man sie konsequent über mehrere Jahre und richtig angeht. Jäten oder Mähen vor der Blütezeit sind effiziente Methode. Aber Achtung: Nicht noch andere Pflanzen mitausreissen oder abmähen! Und dann bitte richtig entsorgen – am besten in den Kehricht. Es gibt noch eine ganze Reihe von anderen Methoden je nach Standort, Art und Grösse der Neophyten, welche eingesetzt werden. Auf alle Fälle sollte man, wenn man Neophyten bekämpfen möchte, mit den zuständigen Stellen (Förster, Naturschutzverein, Landbesitzer) vorher Kontakt aufnehmen.

Jeder Gartenbesitzer kann mithelfen, dass eine Bekämpfung gar nicht erst nötig wird, indem er einheimische Pflanzen setzt oder dann die Gartenneophyten richtig pflegt und das Material per Kehricht entsorgt. Beispielsweise sollten die Blütenstände des Kirschlorbeers nach der Blüte geschnitten und entsorgt werden.

Wer am Abend nicht teilnahm, kann sich mit Fragen zum Thema an den Vorstand des Natur- und Vogelschutzvereins Niederrohrdorf wenden.